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Von der Schule ins Ministerium

Patrick Svensson-Jajko war von 2015-2017 Fellow bei Teach For Austria. Heute arbeitet er beim BMBWF und erzählt im heutigen Blogbeitrag über seinen Weg von der Schule ins Ministerium und welchen Einfluss die Zeit als Fellow auf seine derzeitige Arbeit hat.

 

 

Lieber Patrick, was machst du aktuell beruflich und wie bist du dazu gekommen?

Seit Ende 2019 arbeite im BMBWF, dort darf ich die Umsetzung der Forschungs-, Technologie und Innovationsstrategischen Projekten (FTI-Strategie 2030) Österreichs mit koordinieren, und darüber hinaus Projekte im Bereich der Forschungsförderung (bspw. Quantum Austria) und -Statistik unterstützen. Meine ersten Berührungspunkte zum BMBWF hatte ich bereits während meines Master- und Doktoratsstudiums in Budapest. Während ich von 2015 bis 2017 Fellow bei Teach For Austria war, ist der Wunsch in mir stärker geworden, systemisch für Bildungsgerechtigkeit wirken zu wollen. Nach einem Verwaltungspraktikum im Bereich der internationalen Forschungskooperation im BMBWF habe ich unter anderem den Wittgenstein-Preis beim Wissenschaftsfonds FWF mit betreut.

Inwiefern hatte die Zeit als Fellow einen Einfluss darauf, was du jetzt tust?

An der Musik- und Informatikmittelschule in der Wendstattgasse in Favoriten habe ich sehr viele tolle Menschen kennengelernt, die ich unter anderem in Informatik, Bildnerischer Erziehung und Englisch unterrichtet habe. Beim Lehren mit den Kolleg*innen haben sich immer wieder zwei Dinge gezeigt: Die Schüler*innen hatten oft große Freude, wenn Themen fachübergreifend verbunden wurden, was mich bestärkt hat fachübergreifend bzw. transdisziplinär zu arbeiten.

In Bezug auf die Kolleg*innen habe ich in meiner Fellowzeit erlebt, was es bedeutet, wenn Lehrer*innen ihren Schulstandort selbst gestalten und Herzensprojekte entwickeln können.

Ich durfte eine 2-tägige Veranstaltung des Kollegiums mit planen und moderieren, in der mittelfristige Projekte entstanden sind – die aber nicht nur für Lehrer*innen, sondern auch für die Schüler*innen einen Unterschied zum Guten gemacht haben. Umso mehr wollte ich zukünftig systemisch Arbeiten. Durch das Fellowprogramm angefangen beim Online Campus über die Sommerakademie und das intensive Coaching habe ich außerdem viele nützliche Werkzeuge kennengelernt, die bis heute hilfreich sind.

Inwiefern konntest du das Netzwerk von Teach For Austria nutzen?

Das Netzwerk von Teach For Austria ermöglichte es mir mit einem Mentor aus meinem heutigen Arbeitsbereich die Verwaltung und die Arbeitsweisen besser kennen zu lernen, und ich nutze das Netzwerk bis heute. Denn das Arbeiten mit Alumni – egal, ob in meinem Bereich oder im Rahmen von „mehr ist möglich!“, dem Alumniverein, ist oft zielorientiert, konstruktiv und voller schöner Erlebnisse (beispielsweise einer Bildungsreise :)).

Wie hat dich die Zeit in der Schule persönlich verändert?

Mir ist noch mehr bewusst geworden, wie wichtig es ist, allen Menschen um mich herum zu vertrauen, mit ihnen wertschätzend umzugehen und anspruchsvoll zu bleiben – im Sinne von Viktor Frankl bzw. Goethe: wenn wir Menschen nur nehmen wie sie sind, machen wir sie schlechter – behandeln wir Menschen so, als wären sie, was sie sein sollten, bringen wir sie dahin, wo sie sein können.

Was ist das wichtigste, das du dir aus der Zeit in der Schule mitnehmen konntest?

Integrität. Rückblickend habe ich das Gefühl, dass in der Arbeit mit so vielen Menschen eines besonders wichtig ist: nämlich, dass die Erwartungen, die ich an andere anlege zuerst von mir selbst erfüllt werden müssen, das heißt: practice what you preach.

Verstanden