Repräsentatives Recruitment

Lehrer*innen mit Vorbildwirkung

Die Kinder an unseren Einsatzschulen haben die geringsten Chancen auf erfolgreiche Bildungskarrieren und Lebenswege. Gleichzeitig korrelieren in Österreich niedriger sozioökonomischer Status und bildungsferner Hintergrund oftmals mit Migrationshintergrund. Das wird besonders deutlich, wenn man sich einige Zahlen ansieht. Durchschnittlich 85 Prozent aller Schüler*innen an Teach For Austria Einsatzschulen haben Migrationshintergrund. An einigen Schulen sind es sogar 98 Prozent (der Durchschnitt über alle Schulen Österreichs beträgt 16 Prozent). Darum wurde das Projekt “Repräsentatives Recruitment” gestartet.

Der Inhalt des Projekts

Teach For Austria legt einen Schwerpunkt auf repräsentatives Recruiting. Durch die Unterstützung des Bildungsministeriums sind seit 2015 auch die Ressourcen dafür sichergestellt. Es geht darum, dass eine gewisse Anzahl an Fellows den gleichen migratorischen, sprich kulturellen und sprachlichen Hintergrund aufweist, wie ihre Schüler*innen. Es geht darum, diejenigen ins Handeln zu bringen, die selbst von Bildungsungerechtigkeit betroffen sind oder waren. Wenn Fellows den Hintergrund ihrer Schüler*innen repräsentieren, können sie zudem stärker als Vorbilder dienen und sensibler in die Beziehung zu ihren Schüler*innen und deren Eltern gehen. Im aktuellen Projekt mit dem Bildungsministerium wird kontinuierlich daran gearbeitet, die Teach For Austria-Auswahlsysteme auf die Durchlässigkeit für Bewerber*innen mit Migrationshintergrund zu prüfen und mögliche Eingangshürden abzubauen. Die genauen Projektschwerpunkte werden immer zu Beginn des Schuljahres von Teach For Austria formuliert, dann erfolgt die Beurteilung der Förderungswürdigkeit durch das Ministerium. Ziel von Teach For Austria ist, dass mittelfristig ca. 25% der Fellows eines jeden Jahrgangs die sprachlichen und kulturellen Hintergründe eines Großteils ihrer Schüler*innen repräsentieren (z.B. hinsichtlich der Sprachen Türkisch, Bosnisch-Kroatisch-Serbisch und Arabisch). Für den Fellowjahrgang 2018 haben sich beispielsweise knapp 150 Fellows mit repräsentativem Hintergrund beworben. Insgesamt haben ca. 17 % jener Bewerber*innen, die das Auswahlverfahren für den Fellowjahrgang 2018 positiv abgeschlossen haben repräsentativen Hintergrund.

Was passiert im Projekt konkret?

Ein paar Beispiele:

  • Teach For Austria kooperiert mit zahlreichen Organisationen im Integrationsbereich, um potentielle Bewerber*innen anzusprechen.
  • Damit in Zusammenhang werden auch entsprechende PR-Kampagnen umgesetzt.
  • Teach For Austria reflektiert seine Auswahlprozesse mit Blickpunkt Diversität und Repräsentation und tauscht sich mit dem Ministerium und internationalen Expert*innen zum Themenbereich aus.

 

Fragen denen in bisherigen Projekten zum Beispiel nachgegangen wurde:

  • Benachteiligt das Auswahlverfahren generell Kandidat*innen mit repräsentativen oder anderen diversen Hintergründen?
  • An welchen Stellen baut das Auswahlverfahren für diese Kandidat*innen bestimmte Hürden auf, die sich aus ihrem persönlichen Hintergrund und Werdegang ergeben (z.B. kulturelle Sozialisation, sozioökonomische Rahmenbedingungen, Schullaufbahn in anderen Bildungssystemen etc.)?
  • Fühlen sich die Kandidat*innen durch die spezifische Kommunikation von Teach For Austria, weniger stark angesprochen bzw. sogar ausgeschlossen (z.B. wie wirken Key Words wie „Topabsolvent*innen”, “herausragend” etc.)?
  • Sind die eingesetzten Instrumente zur Auswahl von Fellows spezifisch kulturell geprägt und benachteiligen dadurch bestimmte Bevölkerungsgruppen?

 

Dieses Projekt wird von Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung ko-finanziert. 

 

 

Verstanden