Einfach mehr Deutsch - Eine TFA Alumni-Initiative
„Einfach mehr Deutsch“ ist eine Initiative der TFA Alumnae Daria Dachs, Faiza Sadek-Stolz, Jill Molsner und Eva Huber, die aus der Unterrichtspraxis heraus entstanden ist. Während ihrer Tätigkeit an Wiener Mittelschulen erkannten die damaligen TFA-Fellows, dass es an fachspezifischem Unterrichtsmaterial für Schüler:innen mit wenig oder keiner Deutschkenntnis mangelt. Mit Idealismus und Freude an der gemeinsamen Arbeit entwickelte das Team Unterlagen, welche einen Beitrag zur Schließung dieser Lücke leisten – und so den Zugang zu Bildung erleichtern.
Die Lernmaterialien stehen in neun Sprachen unter https://eduki.com/de/autor/106384/einfach-mehr-deutsch kostenlos zum Download bereit.
Das EmD-Kernteam: Daria Dach, Eva Huber, Faizia Sadek-Stolz und Jill Molsner
Entstehung und Entwicklung
Den Anfang machte ein Treffen im Herbst 2015, bei dem eine Gruppe engagierter Lehrkräfte die Idee des „Einfach mehr Deutsch“-Konzepts entwickelte. Auf Basis ihrer Erfahrungen aus dem Klassenzimmer entstand Schritt für Schritt ein umfassendes Projekt – von der Idee über die Konzeption bis hin zum fertigen Produkt.
Heute steht „Einfach mehr Deutsch“ für praxisnahes, kostenloses Unterrichtsmaterial, das Lehrkräfte in ganz Österreich im Fachunterricht mit Deutsch-Neulingen unterstützt.
Unterrichtsmaterialien für mehr Chancengleichheit
Die Materialien von „Einfach mehr Deutsch“ wurden speziell für Schüler:innen im Alter von zehn bis vierzehn Jahren entwickelt und ermöglichen selbstständiges Arbeiten im Regelunterricht. Sie decken fachspezifische Inhalte verschiedener Unterrichtsgegenstände ab und vermitteln typische Begriffe und Phrasen, die Kinder von Anfang an benötigen, um sich im Schulalltag zurechtzufinden.
Wie Mitinitiatorin Jill Molsner betont, „fühlen sich Kinder dadurch nicht so hilflos und können sich von Anfang an leichter orientieren“.
Warum das wichtig ist
Die sprachliche Vielfalt an Österreichs Schulen ist groß – besonders in den Ballungsräumen. In Wiener Mittelschulen gaben im Schuljahr 2021/22 78 % der Schüler:innen an, dass Deutsch nicht ihre Haushaltssprache ist (Die Presse, 2024).
Österreichweit waren zu Beginn des Schuljahres 2023/24 8.161 Schüler:innen der Mittelschulen wegen unzureichender Deutschkenntnisse als sogenannte „außerordentliche Schüler:innen“ eingestuft – das entspricht rund 3,8 % aller Mittelschüler:innen (Kurier, 2024).
Diese Zahlen zeigen deutlich, wie entscheidend fachspezifische Sprachförderung ist, um Bildungschancen für alle Kinder zu verbessern. Auch die bildungspolitische Diskussion spiegelt diesen Bedarf wider: Während sich der damalige Bildungsminister Heinz Faßmann für eigene „Deutschförderklassen“ aussprach, betonte der Wiener Stadtschulratspräsident Heinrich Himmer die Wirksamkeit von Deutschförderung in Kleingruppen – wie sie etwa an der NMS Brückengasse (23.) umgesetzt wird. Dort erhalten vier bis 15 Kinder bis zu elf Stunden pro Woche gezielte Sprachförderung – unter anderem mit den „Einfach mehr Deutsch“-Übungsblättern (w24, 2018).
Das Team hinter "Einfach mehr Deutsch"
Das ehrenamtliche Kernteam besteht aus vier engagierten Lehrkräften mit unterschiedlichen Bildungshintergründen (v.l.n.r.): Jill Molsner, Daria Dachs, Eva Huber, und Faiza Sadek-Stolz. Mittlerweile sind sie in verschiedenen Bereichen im Bildungssystem tätig.
Sie alle teilen ihre Erfahrung aus dem Unterricht an Wiener Mittelschulen und eint das Ziel, langfristig zu mehr Bildungsgerechtigkeit beizutragen.
Das Projekt erhielt 2017 Unterstützung von der Arbeiterkammer Wien und dem SEED-Programm, das innovative Bildungsprojekte fördert, die Kindern bessere Chancen eröffnen.
Ein großes Dankeschön gilt...
den Grafikerinnen: Luna Almousli und Deborah Hürlimann.
Illustratorinnen: Theresa Hammerer, Sarah Strauss, Magdalena Fischer und Deborah Hürlimann.
Kapitelautor:innen und -unterstützer:innen: Evelyn Schink (Mathematik), Sonja Thalmann (Geografie), Stephanie Götzl (Werken), Patrick Jajko (Ernährung und Haushalt), Kim Dusch (Bildnerische Erziehung), Martin Fellner (Informations- und Kommunikationstechnik), Thomas Schönberger (Geschichte), Katrin Bernhard (Musik) und Bianca Köck (Chemie/Physik).
Übersetzer:nnen: Hurije Ajredini, Fatime Dalipi, Lundrim Dalipi (Albanisch), Faika I. Sadek, Ismail F. Sadek und Faiza Sadek-Stolz (Arabisch), Marina Milosavljevic, Neda Kuric, Davorin Barudzija und Nevenka Barudzija (BKS), Robert W. Stolz und Daria Dachs (Englisch), Farzaneh Adibpour und Mirwais Wakil (Farsi/Dari), Amadia Kilic, Gazi Kilic und Gulcin Kilic (Kurdisch), Fuad Ali Mohamed und Yusuf Dahir Ali (Somali), Judith Özbek, Ulas Özbek, Saliha Özdemir und Nurettin Yigit (Türkisch), Andrea Lindbichler und Andrea Csiki (Ungarisch).
– April 2026