Standortentwicklung im Kindergarten

Das Pilotprojekt “2+1 Standortentwicklung” im Jahr 2025/26 ermöglicht aktuell vier READY Fellows ein drittes Jahr im Kindergarten mit einer neuen Rolle: Als sogenannte Standortentwicklerinnen  arbeiten sie nach den zwei Jahren im Social Leadership Programm weiterhin mit Kindern ihrer Kindergartengruppen und gestalten gleichzeitig die strukturelle Weiterentwicklung des gesamten Standorts im Hinblick auf das Thema Bildungsfairness mit. 

Die Rolle im System

Für uns bei Teach For Austria bedeutet Standortentwicklung nicht nur einzelne Kinder oder Gruppen zu stärken, sondern die Rahmenbedingungen eines gesamten Kindergartens gezielt weiterzuentwickeln. Ziel ist es, strukturelle Veränderungen im Sinne der Bildungsfairness nachhaltig am Standort umzusetzen und damit die pädagogische Qualität langfristig zu stärken.

Fellows entwickeln dazu klare Zielsetzungen und orientieren sich an der zentralen Frage:
Was braucht dieser Kindergartenstandort, um chancengerechte Bildung langfristig zu sichern und die Potenziale der Kinder – insbesondere am Übergang zur Schule – zu fördern?

Wesentlich ist dabei, dass gute Praxis im Rahmen der Standortentwicklung nicht punktuell bleibt, sondern dauerhaft Teil des pädagogischen Alltags werden kann und tragfähig in den Strukturen des Standorts verankert ist. Voraussetzung dafür ist somit auch die gemeinsame, geteilte Verantwortungsübernahme von Leitung, Standortentwicklung und Team.

Kinderbibliothek-Ecke: Holzkisten mit Bilderbüchern, Laptop auf Schrank, bunte Ballons, farbige Teppiche auf Fliesenboden.

Der Bibliotheksaufbau von Simone Eutebach, TFA READY Fellow, ist Teil des Teach For Austria Pilotprojekts „2+1 Standortentwicklung“.

Gesellschaftliche Relevanz

Bildungsungleichheit entsteht häufig nicht im Einzelfall, sondern durch gesellschaftliche Strukturen: Fehlende Ressourcen für die Übergangsgestaltung zwischen Kindergarten und Volksschule, wenig systematische Förderung im letzten Kindergartenjahr oder geringe Einbindung von Familien. Wenn wir Bildungsfairness nachhaltig stärken wollen, müssen wir daher am System ansetzen. Aus dieser Perspektive heraus haben wir den Pilotdurchgang Standortentwicklung gestartet.

Von der Analyse zur Umsetzung
 

Die konkrete Ausgestaltung der Rolle ist standortspezifisch und basiert immer auf einer systematischen Bedarfsanalyse.

Typische Schwerpunkte sind:

  • Gestaltung gelingender Übergänge in die Volksschule durch systematische Kooperation

     
  • gezielte Förderung im letzten Kindergartenjahr in den Basiskompetenzen 

     
  • Stärkung der Elternkooperation und Familienbeteiligung sowie Sozialraumorientierung

     
  • Aufbau nachhaltiger Angebote und Routinen am Standort

     

Die Umsetzung erfolgt jeweils projektbasiert und eng abgestimmt mit der Standortleitung. Entscheidend ist, dass Maßnahmen nicht isoliert bleiben, sondern in bestehende Abläufe integriert werden, sodass sie über das dritte Jahr hinaus Bestand haben.

Wirkung mit Langfristperspektive

Das Projekt TFA Standortentwicklung zielt auf nachhaltige Veränderung im System Kindergarten.

Denn Wirkung zeigt sich dort, wo:

  • neue Routinen entstehen

     
  • Zusammenarbeit neu gedacht wird

     
  • Angebote dauerhaft im Alltag verankert sind

     
  • Verantwortung im Team geteilt wird

     

Das Pilotprojekt schafft dafür einen strukturierten Rahmen und entwickelt das Social Leadership Programm im Kindergarten ko-kreativ weiter – mit dem Ziel, Bildungsfainess langfristig als festen Bestandteil im Kindergarten-System zu verankern. 

Wie die Rolle der Standortentwicklung in der Praxis aussehen kann, zeigt uns Simone Eutebach, TFA READY Fellow, die in ihrem Kindergarten eine Bibliothek aufgebaut hat. Mehr dazu:  TFA Fellow Simone eröffnet eine Bibliothek im Kindergarten

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