Von einer Schuljause zu einer Handwaschstation in Kenia. Und ganz vielen Gänsehautmomenten dazwischen.
Michael Kass-Buchberger war TFA Fellow 2019 in Oberösterreich und ist heute Co-Founder des Social Start-ups PATHfindr und Klassenvorstand an der Mittelschule 2 Haid. In diesem Blogbeitrag erzählt er von seinem Projekt mit Teach For Kenya und wie aus einer Idee seiner Schüler:innen ein internationales Schulprojekt entstand, das nicht nur Grenzen überwindet, sondern auch nachhaltig etwas bewegt.
Michael Kass Buchberger, TFA Fellow 2019
Mohammed A. Yusuf (Mann in der Mitte mit rotem T-Shirt) und weitere Vertreter:innen von Teach For Kenya
Was passiert, wenn eine Klasse österreichischer Schüler:innen beschließt, dass eine Schuljause mehr bewirken kann, als nur den Hunger zu stillen? Manchmal entsteht daraus etwas, das Tausende Kilometer entfernt einen echten Unterschied macht.
Anfang dieses Jahres organisierte meine Klasse an der Mittelschule 2 Haid eine Spendenaktion mit Jause, Getränken und einer Tombola.
Das Ergebnis? 1.174 Euro an Spenden – und eine Lektion in Solidarität, die kein Schulbuch so gut vermitteln könnte.
Doch das Spendensammeln war erst der Anfang.
Nachdem wir mehr als 20 Personen und Organisationen weltweit kontaktiert hatten, kamen wir mit Mohammed A. Yusuf in Kontakt. Er ist Fellow bei Teach for Kenya und arbeitet mit der Kivandini Comprehensive School in Kenia zusammen.
Was im März mit einem Videocall begann, entwickelte sich schnell zu etwas viel Größerem: einem echten Austausch zwischen zwei Schulen, geprägt von Vertrauen, gemeinsamem Lernen und der Überzeugung, dass Bildung Menschen über Kontinente hinweg verbinden kann.
Zur Person
Aufgewachsen auf einem Bauernhof im Mühlviertel erweiterte Michael durch sein Auslandssemester in Hong Kong und seine Tätigkeit als internationaler Verkäufer von Kunststoffrecyclingmaschinen seinen Horizont. Dabei kam er zum Schluss, dass er gerne einen Impact im Leben von jungen Menschen machen möchte. Er begann 2019 das Social Leadership Programm bei Teach For Austria, gründete kurze Zeit später das Social Start-up PATHfindr und ist nun als Klassenvorstand an der Mittelschule 2 Haid Initiator von wirkungsvollen Projekten.
Michael Kass-Buchberger tauscht sich gemeinsam mit seiner Klasse an der Mittelschule 2 Haid per Videoanruf mit einer Schule in Kenia aus.
Videocalls mit der Mittelschule 2 Haid auf dem ersten Beamer in der Schule in Kenia.
Gemeinsam haben wir aus guten Absichten etwas Greifbares geschaffen. Neben dem ersten Beamer für die Schule entstand auch:
Eine Handwaschstation – gebaut, bemalt und feierlich eingeweiht!
Die Handwaschstation an der Schule in Kenya
Dank Mohammeds außergewöhnlichem Engagement und der Unterstützung der Schulgemeinschaften in Kenia und Österreich wurde aus der Spendenaktion unserer Schüler:innen ein nachhaltiges Projekt, das wirklich etwas bewegt.
Und ja, den Namen unserer eigenen Schule auf einer Handwaschstation in Kenia zu sehen, hat bei uns für ordentlich Gänsehaut gesorgt!
Für unsere Schüler:innen ging es dabei um so viel mehr als das Sammeln von Spenden. Sie haben erlebt, dass ihre Ideen zählen, dass auch kleine Taten eine große Wirkung haben können und dass echte Veränderung entsteht, wenn Menschen zusammenarbeiten.
Für uns Lehrkräfte war dieses Projekt eine eindrucksvolle Erinnerung daran, warum wir uns ursprünglich für diesen Beruf entschieden haben. Und für unsere gesamte Schulgemeinschaft – Schüler:innen, Kolleg:innen, Eltern und Schulleitung – haben sich dadurch neue Freundschaften, Perspektiven und Möglichkeiten eröffnet.
Ein riesiges Dankeschön an Mohammed Ali Yusuf für deine Leidenschaft, deine Energie, deine Transparenz und deinen unermüdlichen Einsatz. Du hast uns gezeigt, was es bedeutet, eine Vision in die Tat umzusetzen.
Danke auch an alle Beteiligten der Kivandini Comprehensive School, an unsere großartigen Schüler:innen, meine unglaublich engagierte Kollegin Julia Stütz und alle, die dieses Projekt möglich gemacht haben.
Und wie geht es jetzt weiter?
Noch haben wir nicht auf alles eine Antwort. Aber eines wissen wir ganz sicher:
Die besten Schulprojekte enden nicht mit einem fertiggestellten Bauwerk.
Sie beginnen mit den Menschen, die zusammenkommen, um gemeinsam etwas zu bewegen.
Das nächste Kapitel unserer Geschichte ist noch nicht geschrieben – und wir können es kaum erwarten, es gemeinsam zu gestalten.
Denn offenbar kann eine kleine Jause ganz schön viel bewirken.
– Oktober 2026