Was ist ein Fellow 2019?!

Genau vor vier Jahren kam ich als frisch gebackener molekularer Biomediziner aus der Universität mit der Vision und einer festen Überzeugung mit Fachwissen, Begeisterung und Einsatz kranken Menschen helfen zu wollen. Ich wollte ihnen bessere Lebensumstände ermöglichen, aber auch der Gesellschaft etwas zurückgeben. Doch meine Begeisterung ließ nach, verbrachte ich nunmehr meine Arbeitstage eher mit Kosten- und Effizienzsteigerungen als mit der Bereitstellung moderner Arzneimittel für seltene Erkrankungen. Deswegen reifte in mir ein Entschluss, etwas an meinem beruflichen Leben ändern zu wollen, um wirklich etwas bewirken zu können. Ich wollte mein Leben und das Leben anderer verändern. So entschied ich mich für das Fellowprogramm bei Teach For Austria.

Fellows übernehmen Verantwortung

In der sechswöchigen Sommerakademie wurde ich auf meinen Einsatz als Lehrer vorbereitet. Gleichzeitig wurde mir während der Sommerakademie wirklich klar, was ein Fellow ist. Fellows möchten ihr Bestes im Sinne ihrer Vision, dass jedes Kind die gleichen Chancen verdient, geben. Fellows möchten Verantwortung übernehmen- sie wollen dort wirken und begeistern, wo sie mit ihrem Werteverständnis, mit ihren eigenen Erfahrungen und Fähigkeiten gebraucht werden. Und zwar in den Kindergärten und den Klassenzimmern Österreichs. Zusammen mit den Kids wollen die Fellows an Herausforderungen wachsen, wo der Einsatz für eine pluralistische, verbindende und zukunftsbejahende Gesellschaft möglich gemacht wird. Fellows wollen ein „gutes Leben“ für jedes Kind ermöglichen, egal welcher Herkunft, welchen Einkommensdezils der Eltern oder geerbten soziokulturellen Bürden. Diesen Ansatz wollen wir als Fellows gemeinsam verfolgen und umsetzen. Uns Fellows geht es vor allem um den gesellschaftlichen Wert unseres Handelns, das „Tun“ und um den Impact der eigentlichen Sache, also den Outcome unseres Handelns.

Wenn ich unsere Fellow-Community beschreiben müsste, würde ich als Molekularbiologe es als eine Ansammlung an vielfältig ausdifferenzierten Zellen beschreiben, die als Zellverband ein lebendiges Organ formen, das zusammen mit anderen Organen wie dem Norm-Bildungssystem oder dem Wirtschaftssystem einen gesunden Organismus formen, der keine einzelne Zelle ihrem Schicksal überlassen möchte. Dabei möchten die ausdifferenzierten Zellen jedem/jeder ihrem Potenzial entsprechend, eine Funktion zuzuteilen und einen eigenständigen Platz im Gesamtverband zu geben. Denn jedes Kind hat das Recht auf bestmögliche Bildung, seinen Platz in der Gesellschaft und auf „gutes Leben.“

Investition in Bildung und in ihr eigenes Leben

Die hauptsächlichen Wirkungsstätten von Fellows sind neben den öffentlichen Kindergärten in Wien, neue Mittelschulen und Polytechnischen Schulen. Fellows möchten gerade diesen Kindern und Jugendlichen Perspektiven geben und ihnen triftige Gründe aufzeigen, warum Investition in Bildung, in ihr eigenes Leben, in ihre Zukunft so immens wichtig ist.

Fellows folgen dem Ansatz einer kritischen Pädagogik, versuchen zu sehen, nehmen sich die Zeit, um zu verstehen, um dann bestmöglich, mit ihrem Wissen und basierend auf ihrem eigenen Erfahrungsspektrum, handeln zu können. Fellows gehen mit Weitblick und Weltoffenheit in die Kindergärten und Schulklassen Österreichs. Sie legen größten Wert auf den respektvollen Umgang untereinander und auf die Bewahrung der eigenen Identität jedes Kindes mitsamt kulturellen und persönlichen Gegebenheiten und Hintergründen. Ferner wirken sie als Vorbild, stiften Hoffnung, setzen hohe, aber erreichbare Ziele, begleiten und sind für die Kinder und Schüler*innen immer da.

Nur Fellows mit einer Begabung für Leadership kommen in das zweijährige Programm und versuchen den Gedanken „Verantwortung zu übernehmen“ weiterzugeben. Sie sollen als Quereinsteiger*innen und Querdenker*innen die Lehrerschaft und Elementarpädagog*innen bereichern und unterstützen und vielleicht auch einmal neuen Wind in die Bildungsinstitutionen wehen lassen. Nach zwei Jahren gehen einige Fellows andere Wege. Doch die Fellows hinterlassen oft Spuren, Ideen und Geschichten, den Gedanken für sich selbst und andere Verantwortung zu übernehmen.

WIR ALLE, GEMEINSAM

Dabei darf nicht vergessen werden, dass es für dieses Tun oder Schaffen der Fellows einen Rahmen braucht. Und nicht zuletzt ermöglicht uns erst das staatliche Bildungssystem als Quereinsteiger*innen an unsere Zielkindergärten und Schulen zu gehen. Ohne die Unterstützung der Ministerien können Fellows mit ihrer Motivation, ihrer Vision von Bildungsgerechtigkeit für jedes Kind nicht ihrer Arbeit nachgehen. Genauso wie diese Rückendeckung durch das Bildungssystem und die Lehrerschaft, braucht es die Unternehmen aus der Privatwirtschaft, die an unsere Sache glauben und es ermöglichen, das Fellowprogramm mit so großartigen Fellow-Kolleg*innen aufrecht zu erhalten.

Nun zurück zur 11-wöchigen Ausbildung. Was braucht es, neben der akademischen Fachexpertise und der Eigenschaft, für eine Sache zu brennen, um Lebenswege verändern zu wollen und um Chancengerechtigkeit zu forcieren? Was braucht es, um Mitmenschen, Kindern und Jugendlichen ein “gutes Leben zu ermöglichen”? UNS ALLE, GEMEINSAM.

Verstanden
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