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Ich wüsste nicht wo ich heute ohne TFA wäre

Julia, du warst TFA-Fellow 2017. Warum hast du dich damals entschieden, an dem zweijährigen Social Leadership Programm von TFA teilzunehmen?

Diese Entscheidung ist einer der Gründe, warum ich lange Bus- oder Zugfahrten liebe. Ich ging nach meinem Bachelor-Auslandsjahr in Australien auf Reisen und war an einem Tag in einer achtstündigen Busfahrt in Vietnam unterwegs. Und der Akku von meinem (damals noch) iPod war leer. Da kam ich ins Grübeln über das Leben und fasste den Entschluss, dass ich mein Leben nicht damit verbringen möchte, “reiche Leute reicher zu machen” – und da kam mir Teach For Austria in den Sinn. Ich war gefesselt von der Vision der Bildungs- und Chancenfairness und wollte meinen Beitrag dazu leisten. Dann kam ich zurück nach Wien und besuchte einen TFA-Fellow in seiner Schule. Nach zwei Schulstunden ging ich strahlend wieder raus und wusste: Das werde ich machen!

 

Du warst TFA-Fellow in der Mittelschule. Was waren dort deine größten Herausforderungen und was hast du dabei gelernt?

Ich war vier Jahre lang an einer Mittelschule im 22. Bezirk und habe das Unterrichten und die Zusammenarbeit mit den Kindern geliebt. Die größte Herausforderung war auch damals die größte Bereicherung: Den Kids eine echte Chance zu bieten. Die meisten kommen mit einem Rucksack in die Mittelschule, den sie in diesem Alter noch nicht tragen sollten, seien es familiäre Herausforderungen, persönliche Lernbesonderheiten oder Sprachbarrieren und Vieles mehr. Durch die Teilung nach der Volksschule in Mittelschule oder Gymnasium stehen die Mittelschulen vor besonderen Herausforderungen, die geballt bewältigt werden müssen, und das mit fehlenden Ressourcen. Gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass ich dort als Lehrerin das Meiste bewegen kann, und das hat mich sehr bereichert. Gelernt habe ich dabei so Vieles, dass ich nicht weiß, wo ich anfangen soll, aber eine Sache möchte ich erwähnen: Ich habe gelernt, Menschen individuell abzuholen und gleichzeitig eine Gemeinschaft und ein Zugehörigkeitsgefühl zu fördern, mit dem Ziel allen eine faire Chance und einen Platz in der Gesellschaft zu geben im Hinterkopf – und dass das viel komplexer ist, als ich mir anfangs gedacht habe.

 

Worauf warst du als Lehrkraft besonders stolz?

Ich bin immer noch mit einigen meiner Schüler:innen in Kontakt und ihre Werdegänge zu beobachten und mitzuverfolgen macht mich unglaublich stolz! Darüber hinaus meinten viele Personen in meinem Umfeld zu Beginn: “Ah geh, jetzt hast so toll studiert, und dann wirst Lehrerin?”, aber ich war immer sehr stolz darauf, einen so wertvollen Beitrag in Richtung Bildungsfairness und einer positiven Entwicklung zur Gesellschaft beizutragen – und die Updates meiner Schüler:innen erinnern mich regelmäßig daran.

Was genau machst du jetzt beruflich? 

Ich bin seit März beim Institute for Innovation in Politics und leite dort alle Projekte im Bildungsinnovationsbereich. Dabei leite ich auch den Hub for Education Innovation Vienna, eine Initiative mit dem Ziel, Pädagog:innen vom Kindergarten bis zur Maturaklasse untereinander und mit wichtigen Organisationen zu vernetzen – mit dem Ziel, Bildungsinnovation in die Breite zu bringen. Eine Veranstaltung des Hubs, abgekürzt HEIV, ist z.B. das jährlich im Herbst stattfindende Bildungsfestival.

Was genau sind deine Aufgaben? Wie schaut ein Arbeitstag bei dir aus?

Ich arbeite an verschiedenen Projekten im Bildungsinnovationsbereich, die je nach dem Umfang und den Zielen ganz unterschiedlich aussehen können – da sind von Studien über Strategieprozesse bis hin zu Veranstaltungen alles Mögliche dabei. Mein Tag beginnt meist mit einer Priorisierung von meinen Aufgaben und internen Abstimmungen. Und dann ist es stark projekt- und aufgabenabhängig: Von der Abstimmung mit den verschiedensten Stakeholdern über die Entwicklung und Umsetzung neuer Konzepte bis hin zur Recherche aktueller Trends, Herausforderungen und Good Practices ist alles dabei. Netzwerkbildung und der Austausch mit anderen Akteuren im Bildungsbereich sind ebenfalls ein wichtiger Teil meines Alltags. Und natürlich gehören dann administrative Tätigkeiten und E-Mails auch dazu. 😉

Wärst du denkst du ohne Teach For Austria den selben Weg gegangen, den du jetzt gegangen bist?

Kurze Antwort: Absolut nicht. Teach For Austria hat mich in meinem Weg so geprägt, dass ich mir nicht vorstellen kann, wo ich sonst jetzt sein würde, und dafür bin ich sehr dankbar!

Inwiefern nutzt du das Netzwerk von Teach For Austria?

Als ich nach meinem Studium in den USA wieder zurück nach Österreich gekommen bin, habe ich wieder stärker den Kontakt zu Teach For Austria und einem Netzwerk von Gleichgesinnten gesucht. Es ist schwer zu beschreiben, aber durch die gemeinsame Vision und die geteilten Erlebnisse in der Klasse / Kindergartengruppe besteht sofort eine Art von Vertrauen und Verbindung zu TFA-Personen. Ich arbeite sehr gern mit (ehemaligen) Fellows zusammen, wo wir es schaffen, die individuelle Agenda zur Seite zu legen und zu überlegen, was wirklich sinnvoll und zielführend ist. Zusätzlich nutze ich auch gerne diverse Treffen, z.B. Returners, Community Forum, Weihnachtsfeiern und Co, um in Kontakt mit der Organisation und den Personen zu bleiben und zusätzlich neue Personen in der Community kennenzulernen.

Was sind deine Pläne für die Zukunft?

Die Frage ist: Wie weit in die Zukunft? 🙂 Ich habe meinen neuen Job im März begonnen und bin wieder zurück nach Wien gezogen – diesen Wechsel und meine neue Tätigkeit genieße ich gerade sehr. In fernerer Zukunft möchte ich das Unterrichten (das ich vermisse und momentan nur bei vereinzelten Fortbildungen mache) wieder mehr in mein Leben bringen. Außerdem bin ich ein sehr neugieriger Mensch und gehe gern bei Themen in die Tiefe. Wer weiß, vielleicht gibt es irgendwann mal eine Professorin Julia Pichler? We will see.

 

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