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Wir sind im Finale der “MEGA Bildungsshow: 8 Ideen für eine Million”. Wir bitten um eure Stimme, dauert nur ganz kurz und hilft uns und unseren Kids ganz viel! 😉

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KINDERGARTEN ALS TURBO FÜR CHANCENFAIRNESS

 

Was braucht es, damit wir Erwachsene Bildungsarbeit im Kindergarten nicht mehr unterschätzen?

 

Gerade für Kinder mit schwierigen Startbedingungen leistet der Kindergarten wertvolle Bildungsarbeit. 

  • Kinder, die ohne oder geringe Deutschkenntnisse das verpflichtende Kindergartenjahr absolvieren, lernen im Kindergarten Deutsch als wichtige Bildungssprache.
  • Kinder, deren Eltern keine Ressourcen für eine sinnvolle, kindgerechte. Freizeitgestaltung haben, sind im Kindergarten mit neuen Themen konfrontiert.
  • Kinder, die aus schwierigen familiären Verhältnissen kommen, erleben im Kindergarten vielleicht ihre ersten stabilen Sozialstrukturen. 

 

All das kann der Kindergarten leisten, wenn wir die Qualität der pädagogischen Arbeit und die dafür notwendigen Rahmenbedingungen ins Zentrum der Diskussion rücken. Im öffentlichen Diskurs steht allerdings oft die Betreuungsfunktion des Kindergartens im Vordergrund. Der Ruf nach einem Ausbau der Kinderbetreuung ist mittlerweile von einer breiten Allianz zu hören (zum Beispiel hier).

Was braucht es, damit wir über die Qualität und die notwendigen Rahmenbedingungen diskutieren?

Wir Erwachsene müssen vor allem verstehen, wie diese Bildungsarbeit im Kindergarten genau aussieht. Eine alltägliche Szene in der Kindergartengruppe: Es ist gleich Mittagessen. Einige Kinder schieben Tische zusammen, andere versuchen den Wagen mit dem Essen durch den Türrahmen zu ziehen, wieder andere verteilen mit lautem Geklapper das Besteck auf den Tischen.

Was für uns Erwachsene banal wirkt, ist für die 3-6jährigen eine wertvolle Lerngelegenheit. Den schweren Essenswagen durch die Tür zu bekommen, verlangt räumliches Verständnis und Zusammenarbeit. Tische zusammenschieben, aufdecken und für jedes Kind einen Sitzplatz finden, braucht Prozessverständnis und Koordination. Vielleicht entsteht zwischendurch auch noch ein Konflikt, weil zwei Kinder zu demselben Becher greifen.

Wir Erwachsene unterschätzen, WAS Kinder im Kindergarten lernen, weil vieles davon für uns alltäglich und selbstverständlich ist. Wir haben vergessen, dass es auch für uns einmal Schwerstarbeit war, uns selbst anzuziehen. Wir finden die selbst gebastelten Kunstwerke, die Kinder aus dem Kindergarten heimbringen, süß. Aber dabei übersehen wir, wie viel Konzentration und Feinmotorik notwendig waren, um den verwackelten Scherenschnitt zu fabrizieren. Wir beobachten, wie Kinder Kaufmannsladen spielen, bemerken aber nicht, dass hier soziale Abläufe eingeübt werden. Die Beispiele ließen sich beliebig lang fortsetzen.

Aber nicht nur WAS Kinder lernen, unterschätzen wir, auch WIE dieses Lernen stattfindet, haben wir vergessen. In unserem kurzsichtigen Erwachsenenverständnis wird lernen noch viel zu oft mit Wissensvermittlung assoziiert. 

 

Im Kindergarten ist Lernen in den Tagesablauf integriert. Es findet beim Mittagessen (siehe oben) genauso statt wie im freien Spiel oder im angeleiteten Morgenkreis. Ausschlaggebend dafür ist die Rolle von geschulten Pädagog*innen, die auf Basis ihrer Beobachtungen für jedes Kind passende Impulse geben und bewusst das Lernumfeld gestalten. 

Als Erwachsene können wir uns an dieses ganzheitliche Lernen selbst nicht erinnern. Wir erinnern uns aber sehr wohl daran, wie wir später in der Schule Vokabeln gepaukt oder Jahreszahlen für den Geschichte Test auswendig gelernt haben. Es war genauso harte Arbeit zu lernen, Schuhbänder zu binden, aber das haben wir vergessen.

Das führt dazu, dass der Kindergarten als Bildungseinrichtung nicht so ernst genommen wird, wie die Schule. Es ist kein Zufall, dass beim Übertritt in die Volksschule noch immer das Bild des “Ernst des Lebens”, der angeblich mit Schuleintritt beginnt, bemüht wird. 

 

Wenn wir Erwachsenen konkrete Vorstellung davon haben, was Bildungsarbeit im Kindergarten bedeutet und wie sie umgesetzt wird, rückt die Diskussion um Qualität und die nötigen Rahmenbedingungen automatisch ins Zentrum.

 

Am meisten würden davon Kinder profitieren, die schwierigere Startbedingungen für ihre Bildungslaufbahn haben. Denn gerade für diese Kinder entscheidet sich früh, ob sie 10 Jahre später einen Ausbildungsplatz haben, oder zu frühen Bildungsabbrecher*innen werden. 

 

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