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Kriege, Konflikte und Propaganda: Fake News im Klassenzimmer

Ein Beitrag von Daniel Attia, Trainer bei Teach For Austria

Woran glauben, wenn alles in Zweifel gestellt werden kann? 

Fellows und Lehrkräfte stehen aktuell vor der Herausforderung, einen guten Umgang mit geopolitischen Problemen und Konflikten im Klassenzimmer zu finden. Am 21.5. fand daher im Teach For Austria Office die Podiumsdiskussion “Kriege, Konflikte und Propaganda: Fake News im Klassenzimmer” statt. 

Das Weltwirtschaftsforum (WEF) hat die KI-gesteuerte Desinformation als das größte Risiko für eine globale Krise in den kommenden zwei Jahren eingestuft, insbesondere mit Blick auf kommende Wahlen 2024 in Ländern wie den USA, Indien und Großbritannien. (Quelle) Gemeinsam mit Oberst Markus Reisner über das Bundesministerium für Landesverteidigung und Journalist Yilmaz Gülüm, der über die gemeinnützige Organisation Lie Detectors Workshops in Klassenzimmern hält, sind wir den Mechanismen von Fake News und Propaganda nachgegangen, um zu besprechen, welchen Quellen man bei der Fülle an Informationen noch glauben kann.

 

KI-gesteuerte Desinformation als größtes Risiko für globale Krisen

 

Wir leben in einer Zeit der Polykrisen

Die Pandemie, der Angriffskrieg in der Ukraine, der Krieg in Gaza. Es brodelt an vielen Stellen und der Ausgang dieser Brandherde ist noch ungewiss.  Die aktuelle Lage macht auch vor dem Klassenzimmer nicht halt: Schüler:innen haben über soziale Medien Zugriff auf so viele Informationen wie noch nie zuvor – gleichzeitig sind Wahrheit und Lüge häufig kaum noch zu unterscheiden. Dabei spielt auch die künstliche Intelligenz eine immer entscheidendere Rolle: Die Verfasser falscher Nachrichten sind mittlerweile häufig keine Menschen mehr, sondern “Social Bots”. Diese Bots produzieren und senden innerhalb kürzester Zeit kostengünstig Unmengen falscher Nachrichten aus, die so beschaffen sind, dass sie geklickt und geglaubt werden. So wurde im US-Präsidentschaftswahlkampf beispielsweise ein beachtlicher Teil der Tweets auf X (ehemals Twitter) durch Social Bots erstellt. (Quelle)

 

Falsche Informationen über Krisen werden über Social Bots verbreitet und erreichen viele Schüler:innen

 

Wie funktionieren Propaganda und Fake News?

Propaganda vereinfacht, übertreibt, vermischt Wahrheit mit falschen Behauptungen. Sie ist ein zielgerichtetes Unterfangen, Meinungen und Sichtweisen für eigene Zwecke zu manipulieren und stellt Fronten gegenüber. Das Verbreiten von Desinformation und Fake News ist dabei eine Methode der Propaganda-Manipulation.

 

Je näher sich die Falschinformationen an der Wahrheit bewegen, desto überzeugender wirken sie.”

Markus Reisner

 

Auch die Menge macht hier einen Unterschied: Je häufiger eine Meinung nach außen getragen wird, desto eher schlägt sie Wurzeln. Dabei docken die Falschinformationen an Ängste und Sorgen der Menschen an, wie Yilmaz Gülüm ergänzt. Oftmals herrscht hier ein Narrativ des “Wir-gegen-die”. Das äußere Feindbild wird in Abgrenzung zur eigenen Gruppe geschaffen und dabei immer stärker aufgebaut. Ein Bild von schwarz oder weiß wird gezeichnet. Zusätzlich wird häufig suggeriert, dass die Mehrheit diese Ansichten unterstütze – selbst, wenn dies eine leere Behauptung ist. 

 

Wie funktioniert ein kritischer Umgang mit Fake News und Propaganda?

Um Fake News und Propaganda besser zu erkennen empfiehlt es sich

  • mehrere, unterschiedliche und voneinander unabhängige Quellen heranzuziehen
  • sich mit Beispielen von Fake News und Propaganda auseinanderzusetzen
  • geschichtliche Zusammenhänge zu betrachten und in die Tiefe zu gehen
  • sich seinen eigenen confirmation bias’ immer wieder bewusst zu machen (wir glauben jenen Informationen mehr, die in unser bestehendes Weltbild passen)
  • und den Informationsfluss zu entschleunigen, eventuell ein wenig Abstand zu gewinnen

 

Wie gehe ich mit Propaganda und Desinformation im Klassenzimmer um?

Folgende Ratschläge haben Yilmaz Gülüm und Markus Reisner mitzugeben:

  • Bleibe sachlich und wertschätzend
  • Versetze dich in die andere Person hinein und hole sie dort ab
  • Entwickle Interesse für die Standpunkte des anderen
  • Zeige anschauliche Beispiele aus der Geschichte
  • Frage nach Quellen, hinterfrage die Annahmen
  • und gib dem Ganzen die Zeit, die es braucht, denn: du kannst es häufig nicht sofort lösen

Nach zwei Stunden sind noch viele Hände in der Q&A Diskussion oben. Die geladenen Experten nehmen sich bei Snacks und Getränken noch eine Stunde Zeit, um die Fragen zu beantworten und es zeigt sich: das Thema ist komplex und das Interesse groß.

 

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