Damit die Bildungsschere durch die Corona-Krise nicht noch weiter aufgeht, braucht es gerade jetzt herausragende Persönlichkeiten, die den Unterschied machen. Daher suchen wir weiterhin Fellows für den Jahrgang 2021. Wir haben den Bewerbungsprozess vollständig digitalisiert –
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Hier findet ihr Einblick in die Arbeit unserer Fellows und unserer Organisation und welche Auswirkungen die Krise auf die Situation unserer Kids hat.

Quereinsteiger*innen machen Schule

Von der katholischen Jungschar/Jugend ins Klassenzimmer

Barbara Karner war Jungschar-Gruppenleiterin, Bildungsreferentin der Katholischen Jugend Österreich und begleitete 2013 den DKA-LernEinsatz in Brasilien. 2015 bewarb sie sich für das Teach For Austria-Fellowprogramm. Seither unterrichtet die Internationale-Entwicklung-Absolventin Vollzeit an einer Mittelschule in Wien Ottakring und setzt sich für Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien ein.

 

Wieso hast du dich vor 2015 entschieden, dich für Teach For Austria zu bewerben und als Quereinsteigerin an eine Mittelschule in Wien zu gehen?

Ich habe immer wahnsinnig gerne mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet – das haben mir sechs Jahre als Leiterin einer Jungschargruppe gezeigt. In einem Seminar zur interreligiösen Jugendarbeit begegnete ich Dilek Yücel, die bei der Muslimischen Jugend tätig war und mit Teach For Austria an einer Mittelschule unterrichtete. Sie hat mich an ihre Schule mitgenommen und mir wurde bewusst, dass ich davor eigentlich keine Ahnung hatte, wie es an einer städtischen NMS zugeht. Die Kids dort und ihre Umstände haben mich sehr an meine Zeit in Südamerika erinnert und ich dachte: Ich möchte mich auch hier für Kinder aus schwierigen Verhältnissen einsetzen.

 

Was konntest du dir aus deiner Zeit als Jungscharleiterin für deine Arbeit in der Klasse mitnehmen?

Wirklich sehr, sehr viel. In der Jungschar habe ich gelernt, wie ich mit Gruppen arbeite, wie ich die Aufmerksamkeit von Kindern und Jugendlichen einfange und wie wichtig ihre Partizipation für ein nachhaltiges Lernen ist. Ganz viele Konzepte und Ansätze, die wir im Zuge der Teach For Austria-Ausbildung gelernt haben, haben große Parallelen zur Jungschar- und Jugendarbeit. Außerdem habe ich als Gruppenleiterin Gruppendynamiken von Jugendlichen kennengelernt und mich dadurch weniger ins kalte Wasser geschmissen gefühlt.

 

Du hast das Teach For Austria-Programm 2017 abgeschlossen und hast dich danach entschieden an der Schule zu bleiben. Was hat dich dazu bewegt?

Jeder Tag bietet neue Herausforderungen, aber auch neue Chancen. Ich sehe, dass ich bei meinen Schüler*innen positive Veränderung bewirken kann und gleichzeitig persönlich wachse. Ich kann das Programm wirklich allen ans Herz legen, die die Arbeit mit Kids begeistert und in eine andere Realität eintauchen wollen. Egal welchen Hintergrund man hat und egal, wohin es einen nach den zwei Jahren verschlägt – es ist eine wunderbare Aufgabe mit so vielen Entwicklungsmöglichkeiten für die Kids und dich selbst.

Verstanden