Vom Teach For Austria-Fellow zur Gründerin zur Award-Gewinnerin

erschienen auf uniport.at

Rosa Haltmeyer studierte an der WU Volkswirtschaftslehre. Nach ihrem Studienabschluss im Jahr 2017 nahm sie am Fellow-Programm teil und unterrichtete zwei Jahre lang als vollwertige Lehrerin an einer Wiener Mittelschule. Im Oktober gewann sie gemeinsam mit drei weiteren Teach For Austria-Fellows für ihr Projekt “Vienna Hobby Lobby” den Social Impact Award.

Bildung bestimmt Lebenswege

Während ihrer Bachelorarbeit beschäftigte sich die 24-jährige mit dem Thema “Zweisprachigkeit bei Migrant*innen” und wie sich diese auf die Bildungsaspirationen der Familien auswirkt. Je mehr sie sich damit beschäftigte, desto mehr wurde ihr klar, dass Bildung ungerecht verteilt ist, aber dennoch das weitere Leben bestimmt. Als Rosa vor der Entscheidung stand, ihr Studium fortzusetzen und für den Master in Sozialpolitik nach Oxford zu gehen oder sich bei Teach For Austria zu bewerben, entschied sie sich für die zweite Variante. Nach einer intensiven Ausbildung mit insgesamt 1050 Stunden Trainings, Workshops und Coaching im Rahmen der Sommerakademie startete Rosa Haltmeyer im September 2017 mit einer vollen Lehrverpflichtung an einer Wiener Mittelschule.

Teach For Austria bringt engagierte Hochschulabsolvent*innen und Young Professionals aller Studienrichtungen in Schulen und Kindergärten. Als inspirierende Lehrkräfte und Elementarpädagog*innen setzen sich die Quereinsteiger*innen für Kinder mit schwierigen Startbedingungen ein. Ziel von Teach For Austria ist es, Kindern Chancengerechtigkeit beim Schuleintritt zu ermöglichen und, dass  Schüler*innen im Hinblick auf ein gutes, selbstbestimmtes Leben nach der Pflichtschule eine weiterführende Ausbildung, Lehre oder Matura, besuchen und auch diese abschließen.

„Nicht nur Bildung, sondern auch Freizeitgestaltung war zum Privileg geworden.“

Zwei Jahre lang unterrichtete Rosa in der Neuen Mittelschule die Fächer Mathematik, Technisches Werken, Zeichnen, Berufsorientierung und Physik. In ihrer Zeit als Lehrerin prägte sie eine Geschichte besonders: “Ich hatte eine Schülerin, die oftmals länger in der Schule geblieben ist, weil ihre Eltern lange arbeiten mussten und sie sonst alleine zuhause gewesen wäre und sich gelangweilt hätte. Sie war ein schüchternes Mädchen und wollte nicht mit den anderen Kids einfach nur im Park oder im Shoppingcenter abhängen.”

Es machte sie traurig, dass Freizeitgestaltung am Nachmittag so anders war, als Rosa es selbst in ihrer Kindheit erlebt hatte.  Während Rosas Eltern ihr einen Tanzkurs, einen Fußballkurs und Klavierstunden bezahlen konnten, können sich das viele Eltern aus ihren Zielschulen einfach nicht leisten. Rosa wurde eines klar: “Nicht nur Bildung, sondern auch Freizeitgestaltung war zum Privileg geworden.” Und so entschloss sie sich, etwas dagegen zu unternehmen: “Denn wie man als Kind seine Freizeit verbringt, prägt stark.”

Vom Fellow zur Gründerin und zur Gewinnerin des Social Impact Award 2019

Als Rosa sich mit anderen Fellows und Alumni von Teach For Austria austauschte, merkte sie, dass sie mit ihrer Frust über die Freizeitgestaltung und Chancenungleichheit nicht alleine war. Gemeinsam mit vier anderen engagierten Lehrer*innen gründete sie die Vienna Hobby Lobby, um kostenlose Freizeitkurse für Jugendliche zu ermöglichen. In der Pilotphase von März bis Mai 2019 konnten sie bis zu 120 Kinder in neun unterschiedlichen Kursen für ein Hobby wie Tanzen oder Kung-Fu begeistern. Für ihre zweite Phase, die seit Oktober läuft, hatten sie bereits 370 Anmeldungen aus acht Schulen.

Für ihr Projekt wurden sie am  3. Oktober mit dem Social Impact Award ausgezeichnet.

Der Award inspiriert junge Menschen, unternehmerisches Denken mit sozialem Handeln zu verbinden. Dabei entwickeln die Teilnehmenden neue Konzepte zur Überwindung gesellschaftlicher Herausforderungen. Zu den Social Impact Award-Gewinnern zählen unter anderem Whatchado, New Austrian Coding School oder LibertyDotHome. Die Gewinner sowie die besten Teams werden mit Finanzkapital und Beratung unterstützt.

Frischen Wind ins Bildungssystem

Als Alumna möchte sich Rosa Haltmeyer weiterhin für Bildungsgerechtigkeit einsetzen, denn Bildung darf in unserer Gesellschaft kein Privileg sein. Für all jene, die überlegen, sich für das Fellowprogramm zu bewerben, hat sie folgenden Rat:

“Das Fellowprogramm ist eine tolle Möglichkeit, um etwas von dem Glück zurückzugeben, das man selber erfahren hat. Der Lehrberuf ist einer der wichtigsten Berufe überhaupt. Denn wie die nächste Generation ausgebildet wird, hat einen starken Einfluss auf die Gesellschaft.”

 

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