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Bildung als zentrales Anliegen einer Nachbarschaft

Wenn Eltern die Weichen für die Zukunft ihrer Kinder stellen.

Ein Beitrag von Laura Albers

 

Eine florierende Nachbarschaft, in der Eltern sich gegenseitig unterstützen und aktiv an der Zukunft aller Kinder mitgestalten – das ist die Vision der Wiener Bildungsnachbarschaften. Nach dem erfolgreichen Start in der Koppstraße im 16. Bezirk kommen heuer drei weitere Nachbarschaften hinzu und machen Hoffnung darauf, dieser Vision ein gutes Stück näher zu kommen.

Um eine Beziehung auf Augenhöhe mit den Eltern zu schaffen, sind es unserer Erfahrung nach vor allem bedeutungsvolle Einzelgespräche, die einen echten Unterschied machen.

2019 starteten Ingo Bergmann und Cecilia Cadman, beide Fellows 2017, in der Koppstraße mit den ersten solcher Gespräche mit den Müttern, Vätern und Erziehungsberechtigten der Kinder ihrer Klasse und es sollten viele weitere folgen. Schnell kristallisierte sich heraus, wie wenig die Eltern untereinander vernetzt waren und, dass sie andere Eltern der Klasse meist nicht kannten. Zusammen wurde überlegt, wie eine bessere Gemeinschaft geschaffen werden könnte, denn in einem Satz fanden sich alle wieder:

It takes a village to raise a child.

 

Mittlerweile sind die Eltern der 2A in der Koppstraße zu einer Gemeinschaft zusammengewachsen und tauschen sich auch während der Pandemie regelmäßig über ihre WhatsApp Gruppe oder in Videokonferenzen über die neuesten Coronamaßnahmen, schulische Anliegen ihrer Kinder, aber auch über persönliche Schicksale aus. Einzelne Eltern referieren über Gefahren in sozialen Medien oder organisieren die Bestellungen für das Schulessen und bringen sich so mit eigenen Projekten ein. Gemeinsam mit dem Klassenvorstand werden die Anmeldungen für Sommeraktivitäten erledigt und über weiterführende Bildungswege diskutiert. Durch den Aufbau einer Gemeinschaft und den kontinuierlichen Kontakt entstand ein tragfähiges Hilfswerk, von dem nun alle Beteiligten und nicht zuletzt die Kinder profitieren, deren Klassengemeinschaft durch das Netzwerk gestärkt wird. Eltern beteiligen sich aktiv dabei, die Weichen für die Zukunft ihrer Kinder zu stellen.

Auf dem Weg zu einer solchen florierenden Nachbarschaft braucht es Unterstützung.

 

Eltern in ihrer Verantwortung nicht allein zu lassen und die Fürsorge an die Schule abzugeben, sondern echte Beteiligung zu schaffen, ist das Ziel der Initiative Wiener Bildungsnachbarschaften. Bildung muss zu einem kollektiven Bemühen werden, dem sich alle anschließen können. So kann eine Kultur geschaffen werden, in der die Eltern nicht in die Pflicht genommen werden müssen, sondern der Einsatz für den Bildungsweg der Kinder als Gewinn für alle verstanden wird.

Die Wiener Bildungsnachbarschaften sind ein gemeinsames Projekt von Teach for Austria und The Things We Learn, einer Wiener Bildungsagentur gegründet von einem Teach For Austria Alumnus. In den kommenden Monaten soll das Vorhaben in weitere Nachbarschaften getragen werden. Ein Auftakttreffen fand bereits statt und weitere motivierte Lehrkräfte auch außerhalb des Teach For Austria Netzwerkes legen nun den Grundstein für ein respektvolles Miteinander. Gemeinsam lernen Eltern, Lehrkräfte und Kinder, was Nachbarschaft bedeutet – nämlich Orte des gemeinsamen Lebens zu schaffen, wo Teilhabe und Austausch echte Veränderung bewirken.

Verstanden